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Prozesse gegen Nazis
Skinheads
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Sorge der Jugend: Stimmung ist "brutal"
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31.01.2001 / LOKALAUSGABE / KREUZTAL
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Hilchenbach. "Brutal"
gehe es zu im Ort. Kurz und prägnant war die Einschätzung eines Jugendlichen
über die Atmosphäre in der Stadt Hilchenbach. Die Jugendlichen scheinen sich
angesichts der rechten Szene bisweilen bedroht zu fühlen; unter den Eltern geht die Angst
um, dass ihr Nachwuchs sich in die rechten Reihen eingliedert. Das brachte die Infoveranstaltung
des "HilchenbacherBündnisses für Toleranz und Zivilcourage" am Dienstagabend
im evangelischen Gemeindehaus an den Tag (die WR berichtete). Zwar hatte jüngst
noch der Staatsschutz in einer Ratssitzung abgewunken, was die Befürchtungen der
Hilchenbacher in Sachen Rechtsextremismus angeht. Dennoch: Mit den Empfindungen und
Eindrücken der - zumeist - jüngeren Einwohner lassen sich die Erkenntnisse der
Staatsschützer nicht in Einklang bringen. Das Ziel des Bündnisses, so Pfarrer Rüdiger
Schnurr gegenüber der WR, müsse es jetzt sein, "gegenzusteuern". "Wir
müssen uns mit den Argumenten der Rechten sachlich auseinandersetzen und Gegenargumente
finden", so der Theologe in einer ersten Bilanz nach der gut besuchten
Abendveranstaltung. Für die Verwaltung sei es "selbstverständlich", dass alle
zuständigen Behörden "mobilisiert werden, um im Rahmen der gesetzlichen
Möglichkeiten dort einzuschreiten, wo es möglich und notwendig ist", hatte
Bürgermeister Günter Schlabach in seinem Grußwort versprochen. Allerdings sei
es neben den behördlichen Aktivitäten erforderlich, dass die Bevölkerung den Rechten
"keine Chance auf Entfaltung" gebe, rief Schlabach zur Wachsamkeit auf.
Auch im Privatkreis dagegenhalten
Zu Beginn hatte Jürgen Sterzel die über 300 Interessierten über Organisationsformen und
Strukturen in der rechten Szene aufgeklärt und deren Symbole erläutert. Dabei ging er
auch auf die Stellung des Internet ein. Einen Aufstieg der Rechten wie in der Weimarer
Republik hielt Professor Manfred Zabel, Hochschullehrer aus Wilnsdorf und Moderator des
Abends, für nicht mehr möglich. Im Gegensatz zum Beginn der Nazi-Diktatur
habe die Wirtschaft heute erkannt, dass rechte Gewalt in Deutschland der
Investitionsbereitschaft ausländischer Firmen schade. Der rechten Politik fehle daher die
Unterstützung der Wirtschaft. Parallelen zog Zabel hingegen zum Verhalten der
Bevölkerung. Die größte Gefahr liege in der Haltung des Wegschauens und Duldens. Eine
Demonstration gegen rechte Extremisten auf die Beine zu stellen, sei kein Problem. Nur:
"Es geht darum, auch im Privatkreis rechten Botschaften entgegenzutreten |
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