Hilchenbacher Bündnis für Toleranz und Zivilcourage
Unterstützt von den Evangelischen Kirchengemeinden Hilchenbach und Müsen sowie dem Bürgermeister der Stadt Hilchenbach


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Durchschnittlich braun
K
ommentar
von Steffen Schwab
28.01.2001 / LOKALAUSGABE / KREUZTAL
Das war abzusehen: Kaum hatten die Staatsschutz-Fachleute der Polizei den Hilchenbacher Stadtverordneten mitgeteilt, dass Hilchenbach genauso viel oder genauso wenig von Rechtsextremen und Rechtsradikalen behelligt wird wie jede andere Durchschnitts-Stadt, kehrte die große Beruhigung ein. Das Rothaar-Städtchen läuft also nicht Gefahr, sich als Nazi-Nest den Ruf zu ruinieren. Die Bescheinigung solcher Durchschnittlichkeit mag erleichtern - jedoch nur die, die Schlimmeres befüchtet haben. Aber einen Grund zur Beruhigung hat niemand: Es ist eben, mittlerweile, nicht unüblich, dass SS-Runen an Wände geschmiert, öffentlich zugängliche Räume mit volksverhetzender Musik beschallt, anders Denkende zusammengeschlagen und Nachbarn mit irgendwelchen Fascho-Symbolen belästigt werden. Im letzten halben Jahr wurde die Polizei in Hilchenbach fünf Mal bei politisch motivierten Straftaten tätig; zwei Fälle liegen beim Staatsanwalt. Es sind ganz wenige Einwohner, die sich solcher Art am rechten Rand betätigen; und deren martialisches Auftreten legt es manchmal nahe, ihre Bedrohlichkeit zu überschätzen. Na und? Der Hilchenbacher Rat hat auch diesen wenigen unmissverständlich klar gemacht, dass sie mit "Null Toleranz" rechnen können. Eine Gruppe engagierter Bürger hat das Thema so lange immer wieder öffentlich gemacht, bis es ernst genommen wurde. Ihr ist es letzten Endes zu verdanken, dass es - angeblich - schon wieder leerer wird in dem sattsam oft genannten Lokal und wenn Menschen sich bald wieder sicherer fühlen können. Es ist keine Zierde für ein demokratisches Gemeinwesen, durchschnittlich braun durchsetzt zu sein. Noch schlimmer wäre es, den Ruf der Neonazi-Hochburg zu Recht zu tragen. Zur eigenen Ehre darf die Stadt Hilchenbach es sich allerdings anrechnen, wachsame Bürger zu haben, die sich furchtlos für Zivilcourage und Toleranz einsetzen. Daran könnten sich andere Kommunen ein Beispiel nehmen.

Steffen Schwab