Hilchenbacher Bündnis für Toleranz und Zivilcourage
Unterstützt von den Evangelischen Kirchengemeinden Hilchenbach und Müsen sowie dem Bürgermeister der Stadt Hilchenbach


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          Berichte über das Bürgerfest auf dem Marktplatz und der Gerichtswiese

                 "BUNT statt BRAUN"
 


Foto: Alexander Völkel, Westfälische Rundschau

 (Viele weitere Fotos unter dem Bericht)

5.6.2009: Gegen Rechtsextremismus

„Wehret den Anfängen!" -
Hilchenbach setzt beim Bürgerfest ein Zeichen für Null Toleranz für Nazis

Über 500 Menschen haben heute nachmittag in Hilchenbach beim Bürgerfest "Bunt statt Braun" ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt und deutlich gemacht, dass Nazis in unserer Stadt unerwünscht sind. Viele Gruppen hatten sich spontan bereit erklärt aufzutreten. Mit dabei: Farrago-Rockband mit Gastmusikern, Tanzgruppe der Stadtjugendpflege To The Limits und das Jugendorchester der Stadt Hilchenbach unter Leitung von Marcus Heider. Besonderer Höhepunkt war der Musikvortrag von Jan Vering mit Pianist Mark Heilmann (Apollotheater), die Auszüge ihrer Eigenproduktion nach Martin Luther King "Ich habe einen Traum" vorstellten und bei ihrer Zugabe auch das Publikum zum Mitsingen bewegten.

In vier kurzen Reden machten  Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab,  Pfarrer Martin Assauer (Kath. Kirchengemeinde St. Augustinus für die Kirchen), Rüdiger Schnurr  für das Hilchenbacher Bündnis für Toleranz und Zivilcourage und Wolfgang Schlabach (Betriebsrat SMS Siemag) für die Gewerkschaften deutlich wie wichtig frühzeitiges Protestieren gegen Rechtsextremismus und Menschenverachtung ist. Nur wer handelt, sorgt für den Erhalt unserer vielfältigen Demokratie. Weitere Angebote wie das Rockmobil mit Hans-Dieter Klug, ein Schminkstand mit Judith Neuhaus und eine Hüpfburg (gestellt von der Stadtsparkasse Hilchenbach) machten das Bürgerfest zu einer runden Sache für die ganze Familie.

Hilchenbach zeigte gemeinsam deutlich Flagge für unsere Demokratie und "Null Toleranz für Nazis".
 

 

Siegener Zeitung, 6.6.2009

Rechtsradikale der Marktplätze verwiesen


Kreuztal ist bunt, nicht braun: Das zeigte sich bei der
Gegendemo mehrfach – auch  folkloristisch. Foto: nja

Kreuztal /Hilchenbach Bürger des nördlichen Siegerlands setzten klare Zeichen gegen Fremdenhass und Ausgrenzung  

Rund 1000 Demokraten boten gestern in Kreuztal und Hilchenbach der NPD Paroli.

 nja/js   Nicht einmal zwei Tage Planungszeit hatte die Stadt Kreuztal, um auf eine für gestern Nachmittag angekündigte Kundgebung des NPD-Kreisverbands in der Stadtmitte zu reagieren – und doch erreichten die kurzfristigen Aufrufe, den Rechtsradikalen die Stirn zu bieten, viele Menschen: junge und alte, Deutsche und Ausländer. Mehr als 500 Demokraten nahmen an der kurzfristig anberaumten Gegendemonstration teil und brachten damit zum Ausdruck, was das Motto der Veranstaltung war: „Kreuztal muss eine lebendige und offene Stadt bleiben, Kreuztal braucht bunte Vielfalt statt brauner Einfalt, Kreuztal muss demokratisch bleiben.“

Und während Kreuztals Bürgermeister Rudolf Biermann, der heimische DGB-Vorsitzende Willi Brase, Kreuztals Vorsitzende des Ausländerbeirats, Maria Grazia Schöttler, sowie Landrat Paul Breuer sich in ihren Reden für ein Miteinander der

Kulturen aussprachen, skandierte ein Dutzend NPD-Vertreter auf dem benachbarten Roonstraßenparkplatz ausländerfeindliche Sprüche – lautstark gestört von Gegendemonstranten, die ihrem Unmut mit Sprechgesängen Ausdruck verliehen.

Auf dem Roten Platz, bei der Gegendemonstration eines sich überparteilich gegründeten Bündnisses, ging es derweil multikulturell und ernsthaft zu. Kreuztal habe sich bewusst gegen eine Nichtbeachtung der NPD-Aktivitäten entschieden, sagte Bürgermeister Biermann. „Wir wollten ein Zeichen für ein weltoffenes, buntes, im Miteinander der Nationen lebendes Kreuztal setzen und damit zugleich ein klares Zeichen gegen rechte Ideologie. Wir können und wollen Parteien wie der NPD nicht die Deutung unserer Geschichte überlassen“ – auch und gerade in diesem Jahr, in dem das Grundgesetz 60 Jahre alt werde.
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Auch die Hilchenbacher hatten es geschafft, die Rechtsradikalen vom historischen Marktplatz fernzuhalten.
Während die NPD ihre Kundgebung in Dahlbruch wiederholte, fand auf der Gerichtswiese und vor dem Rathaus ein Bürgerfest statt. Weniger als zwei Tage hatten Verwaltung, Schule, Kirchen, Ratsfraktionen und das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage Zeit, dieses Fest auf die Beine zu stellen. Und auch in Hilchenbach erwiesen sich die spontanen Planungen als Volltreffer. Rund 500 Bürger der Stadt setzten mit ihrer Anwesenheit ein Zeichen für die Demokratie und gegen „rechte Rattenfänger“. Einige fanden sich aber auch auf dem Bernhard-Weiss-Platz ein – manche lauschten hier der NPD-Kundgebung kommentarlos, andere hielten mit friedlichem Gesang zur Klampfe dagegen, wieder andere nutzten weniger harmonische Instrumente, um ihre Ablehnung kundzutun. Hier wie in Kreuztal zeigte die Polizei deutlich Präsenz und sprach abschließend von störungsfreien Veranstaltungen.

Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab mahnte, „auf der Hut“ zu sein und die Lehren aus der Geschichte ernst zu nehmen. „Wir sind froh, dass es uns gelungen ist, die ,Stolpersteine‘ in der Stadtmitte den Demokraten vorzubehalten.“ Hilchenbach sei eine tolerante Stadt, die nur eines nicht toleriere – ewig gestriges Gedankengut.

Pfarrer Martin Assauer erinnerte daran, dass vor Gott alle Menschen gleich seien und nannte neonazistische Parolen einen „Angriff auf die fundamentale Ordnung unseres Zusammenlebens“. Sein Kollege Rüdiger Schnurr sprach im Namen des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage und warnte vor dem neuen Auftreten der Rechten. „Sie kommen heute als Wolf im Schafspelz.“ Somit müsse die Gesellschaft besonders achtsam sein und dafür einstehen, dass die Verbrechen des Dritten Reiches sich niemals wiederholten. Für den Gewerkschaftsbund sprach SMS-Betriebsrat Wolfgang Schlabach. Er forderte – gerade auch im Hinblick auf die Europawahl am Sonntag – alle Demokraten auf, zur Wahl zu gehen. „Das ist das beste Mittel gegen Rechts.“

Abgesehen von den Redebeiträgen erwies sich das Bürgerfest tatsächlich als ausgesprochen bunt. Musikalische Zeichen setzten die Rockband „Farrago“, die Tanzgruppe der Stadtjugendpflege, das Rockmobil, das Jugendorchester der Stadt Hilchenbach sowie Jan Vering und Pianist Mark Heilmann vom Siegener Apollo-Theater. Sie sorgten mit ihrem Ausschnitt aus dem Martin-Luther-King-Musical „Ich habe einen Traum“ für den emotionalen Höhepunkt der Feier. Bei der heftig eingeforderten Zugabe „We Shall Overcome“ verwandelten sie die Zuschauer in einen Chor, der gemeinschaftlich eine Gegenstimme nach „Rechts“ erschallen ließ...

 



Das Rockmobil der Mobilen Musikschule MOMU


FARRAGO


Pfarrer Martin Assauer spricht für die Kirchen


 Pfr.Rüdiger Schnurr spricht für das Hilchenbacher
Bündnis für Toleranz und Zusammenarbeit


Tanzgruppe des JUZ "To The Limits"


Jugendorchester Hilchenbach


Landtagsabgeordneter Remmel und Bürgermeister Hasenstab


Jan Vering und Marc Heilmann, Apollo Theater

 

Einen Bericht über das Bürgerfest sowie viele weitere Fotos gibt es auch auf dieser Seite der Stadt Hilchenbach:
http://www.hilchenbach.de/standard/page.sys/details/eintrag_id=665/content_id=450/614.htm

 

Über das Bürgerfest Bunt statt Braun ist auch ein Film gedreht worden,
der hier herunter geladen werden kann.